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Der Maler
Skrodzki erzeugt Spannungen, entfächert Atmosphärisches, Nebulöses, überlässt nichts dem Zufall, kontrolliert differenziertes Geschehen und weitet den inneren Blick durch gezielte Anregungen, ein sich nie vollendender visueller Prozess.
Die Brillanz seiner Farben, die von ihm meisterhaft gesetzten Lichteffekte, die teils behutsam nur ein winziges Teil beleuchten, teils wahrhafte Feuerwerke entfachen, zeugen von Impulsen, die nur ein von ganzheitlichem Denken geprägter Genius zum Ausdruck bringen kann. Formen lösen sich auf, verändern sich, werden scheinbar unbedeutend, verlieren ihre Identität. Die oftmals harten farbigen Strukturen, die dem Betrachter seiner Bilder so oft Halt gaben und dem Auge Sicherheit anboten, werden reduzierter eingesetzt, oft verschmelzen sie zu einem Ganzen, zwingen zur Disziplin der Gedanken. Skrodzki bietet neue Sichtweisen, fordert ernsthafte Auseinandersetzung. Er bietet Ausblicke, Teilansichten, Ausschnitte von historischen Plätzen an, die man sich langsam durch forschendes Beobachten erarbeiten kann.
In seiner Perfektion muss Skrodzki in einem Atemzug mit Fritz Winter, Ernst Wilhelm Nay, Willem de Kooning und Emil Schumacher genannt werden. Jahrzehntelanges Ringen und systematisches Arbeiten entwickelte in ihm eine ureigene Ausdrucksform, eben seinen eigenen Stil. Insbesondere seine jüngsten Kompositionen lassen erkennen, dass sich Skrodzkis Virtuosität zu einer Ablösung des Bildes von ihm selbst entwickelt. Das Werk verselbständigt sich, gewinnt seine eigene Personalität. Der Schöpfer tritt zurück, einem Werkzeug gleich, sicher seiner Urheberschaft und seines Ausdruckwillens. Die Abstraktion wird auch durch den wahrnehmenden Betrachter vollzogen, der durch sein eigenes Sehen erkennt, wissend wird und nicht nur Gegenständliches reproduziert. Bilder werden aus der Erinnerung des Einzelnen geformt. Demütig ordnet sich der Mensch Skrodzki seinem Schaffen unter und lässt es gewähren, wie es nur großen Persönlichkeiten gelingt.
Noch deuten die Gemälde von Günter Skrodzki auf seine künstlerische Wiege hin, die im Expressionismus steht, und doch bewegt er sich schon in einer anderen malerischen Welt, die Züge der Informellen Kunst erkennen lässt. Er beschreitet neue Wege, ohne diese festzulegen.
Skrodzki ging immer seinen eigenen Weg. Künstlervereinigungen stand er stets misstrauisch gegenüber. Hervorzuheben ist auch, dass er ohne die Förderung der deutschen Museumsszene und der ständigen Besprechung von Kunstkritikern im Laufe der Jahre eine treue Gefolgschaft von anerkannten Sammlern um sich scharen konnte. Seine Werke werden zu beachtlichen Preisen gehandelt und erfreuen sich eines ständig wachsenden Liebhaberkreises. Der 1935 geborene Maler sieht es gelassen. „Die Bilder müssen nicht gefallen, es ist nur wichtig, dass es sie gibt.”
Professor C. D. Wolfram Gross, Hamburg
Lebensdaten
geb. 1935 in Kehlerwald, Kreis Angerburg / Ostpreußen
1935 - 1954 Kindheit und Jugend in Ostpreußen und Schleswig-Holstein
1954 - 1957 Ausbildung zum Gebrauchsgraphiker in Duisburg
1957 - 1959 Ausbildung in Malerei und Graphik bei den Professoren Bender und Keller
1959 - 1967 freischaffender Graphiker (Atelier in Celle), Arbeiten für Industrie und Kirche
1967 - 1977 freischaffender Maler mit Atelier und Galerie in Sahrendorf / Nordheide
1974 Bau und Eröffnung einer Galerie in Wilsede / Naturschutzpark Lüneburger Heide
seit 1977 Atelier und Galerie in Hattstedt bei Husum / Nordfriesland
1981 Reise nach Italien
1985 Reise nach Polen
1987 Reise nach Spanien
1993 Reise nach Israel
1994 Filmbiographie
1995 Reise nach New York
seit 1996 Sommerarbeitsaufenthalte in St. Mawes - Cornwall
1998 Reise nach Irland
2000 Reise nach Schottland
Ausstellungen (Auswahl)
1960 Duisburg, 1961 Lüneburg, 1966 Celle, 1967 Hamburg, 1969 Kiel, 1970 Berlin, 1971 Frankfurt, Lübeck, 1972 Oldenburg, 1973 Hannover, 1974 Kiel, 1976 Berlin, 1979 Düsseldorf, 1982 Hamburg, Kiel, 1983 Bad Kissingen, 1986 Kiel, ev. Landeskirche Nordelbien (Reihe Kunst und Kirche, „Das religiöse Werk”) 1988 Castrop-Rauxel, 1989 Dortmund, 1990 Soltau, 1991 Hessische Landeskirche, Kloster Schlüchtern, 1991 Gran Canaria, Ev. Akademie Bad Segeberg, 1992 Heide, 1992 Moers, 1993 Bremen, 1995 Westerland, 1998 Travemünde, 1999 Lübeck, 2001 Neumünster
Würdigung des Frühwerkes in
„Begegnung und Berufung”, 1981, Holzschnitt, 43,5 x 37,5 cm, Besitz des Künstlers
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